Zwei Tage, nach denen ihr anders miteinander redet
Teil 2 der zweiteiligen Serie zum Paarseminar „Wir — bewusst.“
In Teil 1 habe ich behauptet, dass in fast jedem Hochzeitsbudget eine Zeile fehlt: die Investition in die Ehe, nicht nur in den Tag. Die logische Rückfrage darauf ist keine emotionale, sondern eine sehr nüchterne. Ich höre sie regelmäßig, und ich finde sie richtig:
„Und was habe ich davon konkret?“
Zwei Tage sind zwei Tage. Ein Wochenende, das man auch am See verbringen könnte. Wer investiert, will wissen, wofür. Also erzähle ich es euch mit einer kleinen, bewussten Einschränkung.
Warum ich nicht jede Übung verrate
Ich könnte euch hier einen Stundenplan aufschreiben. Ich tue es nicht und das hat einen guten Grund: Ein großer Teil der Wirkung entsteht genau dort, wo ihr nicht vorbereitet seid.
Paare, die vorher wissen, was kommt, legen sich ihre Antworten zurecht. Das ist menschlich und es ist genau das, was wir an diesen zwei Tagen nicht brauchen. Die wertvollsten Momente sind die, in denen einer von euch etwas sagt, das er selbst noch nie so gedacht hat. Und die andere zum ersten Mal wirklich hört, was gemeint war.
Was ich euch stattdessen verrate: welche Fragen wir stellen, wie es sich anfühlt und was ihr am Ende in der Hand habt.
Tag 1: Wer sind wir wirklich?
Der Freitag gehört dem Verstehen. Stühle im Kreis, keine Tische dazwischen, ein Raum, in dem man nach einer Stunde vergessen hat, dass man in einem Seminar sitzt.
Wir beginnen bei euch: Wofür seid ihr eigentlich gekommen? Und dann arbeiten wir uns Schritt für Schritt zu den Fragen vor, die im Alltag selten Platz haben:
• Wie zeigt ihr einander Liebe und kommt sie beim anderen auch so an, wie sie gemeint ist?
• Was passiert zwischen euch, wenn es eng wird? Und wie wird aus einem Vorwurf etwas, auf das der andere tatsächlich antworten kann?
• Wer gehört in eurem Leben wo dazu - Kinder, Herkunftsfamilien, frühere Partner?
Und wo ist der Platz für euch beide als Paar?
Gerade die letzte Frage ist für Paare in Zweitbeziehung und Patchwork oft der eigentliche Grund, hier zu sitzen. Ich arbeite an dieser Stelle mit Methoden, die ich aus meiner systemischen Ausbildung mitbringe und die in kurzer Zeit sichtbar machen, was jahrelange Gespräche im Auto nicht geschafft haben.
Ihr geht am Freitagabend mit etwas nach Hause, über das ihr schlafen dürft. Mehr verrate ich nicht.
Tag 2: Wie gestalten wir uns?
Samstag beginnt mit dem, was die Nacht gemacht hat. Erfahrungsgemäß ziemlich viel.
Danach wechseln wir vom Verstehen ins Gestalten. Ihr klärt, was euch beiden wirklich wichtig ist und entdeckt dabei oft, dass dasselbe Wort für jeden von euch etwas anderes bedeutet. Ihr trefft Vereinbarungen für die Momente, in denen ein Gespräch zu kippen droht. Ihr werft einen Blick nach vorne und schaut, ob ihr eigentlich dieselbe Zukunft vor Augen habt. Manche Paare stellen fest, dass sie es immer schon hatten und es einander nur nie erzählt haben. Andere entdecken einen Unterschied, den sie noch klären sollten. Beides ist ein gutes Ergebnis und beides ist besser jetzt als in fünf Jahren.
Am Ende formuliert ihr eure eigenen Versprechen. Nicht die großen, schönen Sätze, sondern solche, die an einem Dienstagabend im November tatsächlich etwas bedeuten. Und dann stoßen wir an. Zwei Tage Arbeit an der eigenen Beziehung brauchen kein Schlusswort, sondern ein Glas Sekt.
Was am Samstagabend mit euch nach Hause fährt
Ihr fahrt nicht mit einem Handout heim, sondern mit Dingen, die ihr selbst gestaltet habt - etwas für die Wand, etwas für die Brieftasche und etwas für euren Kalender im ersten Ehejahr. Wie sie aussehen, seht ihr am Samstag. Was sie euch geben, kann ich jetzt schon sagen:
• Eine gemeinsame Sprache für das, was euch beiden wichtig ist - auch dann, wenn ihr verschieden seid.
• Einen Plan für die schwierigen Momente, den ihr gemeinsam vereinbart habt, solange alles gut ist.
• Eure eigenen Versprechen - in euren Worten. Wenn ihr wollt, finden sie später auch ihren Platz in eurer Trauungszeremonie.
• Einen Begleiter für das erste Jahr, damit das, was in diesen zwei Tagen begonnen hat, im Alltag nicht verloren geht.
Und vielleicht das Wichtigste: die Erfahrung, dass ihr über die großen Themen reden könnt, ohne dass es weh tut.
Was es nicht ist
Ich bin hier so klar wie möglich, weil ich Paare im Raum haben will, die wissen, worauf sie sich einlassen.
Es ist keine Therapie und keine Krisenintervention. Wenn bei euch gerade wirklich etwas brennt - Untreue, eine offene Trennungsfrage, eine tiefe Verletzung, die noch unversorgt ist -, dann ist ein Gruppenseminar der falsche Ort, und ich sage euch das im Vorgespräch auch offen. Dann arbeiten wir besser einzeln.
Es ist keine Selbsterfahrungsgruppe. Ihr müsst nichts vor den anderen Paaren offenlegen. Der Großteil der Arbeit passiert zu zweit. Was ihr euch dort sagt, bleibt dort.
Es ist nicht esoterisch. Keine Klangschale, kein Räucherwerk, keine Energiearbeit. Sondern Methoden aus systemischem Coaching, NLP, Mentaltraining und Kommunikationstraining. Wenn ihr aus dem Berufsleben gute Workshops kennt: So fühlt es sich an. Nur mit einem deutlich persönlicheren Thema.
Und es ist kein Vortrag. Ich rede in zwei Tagen weniger als ihr.
Für wen es gedacht ist
Für Paare, die heiraten und dabei nicht nur ein Fest planen wollen. Für Paare in Zweitbeziehung oder Patchwork, die genau wissen, wie eine Beziehung leise endet und die es diesmal anders machen wollen. Für Paare, die Kinder in dieses neue Wir mitbringen und ihnen ein Fundament schulden. Und für Paare, die einfach Anspruch haben - an ihre Feier, an ihre Zeremonie und an ihre Ehe.
Nicht gedacht ist es für Paare, bei denen einer nur mitkommt, weil der andere gebucht hat. Zwei Tage sind zu lang, um sie neben jemandem zu sitzen, der nicht hier sein will.
Der nächste Termin
19. und 20. Februar 2027, Freitag und Samstag, in Innsbruck. Der genaue Seminarort wird rechtzeitig bekannt gegeben. Kaffee, Tee und Snacks sind inklusive, das Mittagessen nehmen wir gemeinsam auf eigene Kosten.
Weitere Termine in Wien und anderen Bundesländern sind geplant.
Maximal fünf Paare. Für Paare, die noch einen Schritt weiter gehen wollen, gibt es das Seminar auch in Kombination mit einer Einzelsitzung für euch beide, der Ort für das eine Thema, das im Seminar aufgetaucht ist und danach noch weiterarbeitet. Erfahrungsgemäß die Variante mit der größten Wirkung.
Ihr wollt dabei sein? Schreibt mir eine Direktnachricht mit dem Codewort „WIR“. Ich melde mich mit allen Details und reserviere euch einen Platz. Sind die fünf vergeben, setze ich euch auf die Warteliste für das nächste Seminar und die wird zuerst gefragt, bevor der Termin öffentlich wird.
Es gibt Investitionen, die man am Hochzeitstag sieht. Und es gibt die, die man erst in zehn Jahren erkennt.
Ich begleite Menschen mit Geschichte, die sich trauen – zu lieben, zu leben, ganz frei.
Manuela Mader · Innsbruck · Wien
Quellen und weiterführende Hinweise
• Thurmaier, F., Engl, J. & Hahlweg, K.: Langzeituntersuchungen zur Wirksamkeit strukturierter Ehevorbereitung (EPL), München.





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